Die Rektusdiastase

Was ist eine Rektusdiastase?

Durch das Wachstum des Bauches in der Schwangerschaft erfährt die gerade Bauchmuskulatur eine Zugveränderung und weicht seitwärts auseinander. Es entsteht ein Spalt zwischen beiden Bauchmuskulatursträngen - die sogenannte Rektusdiastase.

Du fühlst Dich instabil im Bereich des Oberkörpers, insbesondere beim Hinlegen und Aufstehen, hast Verdauungsprobleme oder siehst, trotz dass Deine Geburt schon einige Wochen her ist, immer noch schwanger aus? Das könnte an einer zu großen Rektusdiastase liegen!


Wie messe ich meine Rektusdiastase?

Um den Spalt zwischen Deiner Bauchmuskulatur zu messen, lege dich gerade mit dem Rücken auf den Boden, atme tief ein und hebe während der Ausatmung Kopf und Schultern leicht vom Boden, als wolltest Du einen Situp machen. Taste dann mit den Fingern entlang einer gedachten vertikalen Linie vom Bauchnabel ausgehend vom Brustbein zum Schambein ab. Drehst Du nun Deine Finger um 90° kannst Du die Größe des Spalts zwischen beiden Bauchmuskelsträngen in Querfingern gemessen bestimmen.


Welche Folgen kann eine Rektusdiastase haben?

  • Haltungsschäden und Instabilität im Oberkörper

  • chronische Rückenschmerzen

  • Hernien

  • Beckenbodenschwäche und eventuell daraus resultierende Inkontinenz

  • Beschwerden des Verdauungstraktes


Wie kann ich eine Rektusdiastase behandeln?

Eine Rektusdiastase von mehr als 2 Querfingern Breite gilt als auffällig. Es ist wichtig, dass Du Dich frühzeitig um einen Rückbildungskurs bei einer Hebamme bemühst, indem nicht nur besonderer Fokus auf den Beckenboden, sondern auch auf die Verkleinerung der Rektusdiastase gelegt wird, denn Bauch- und Beckenbodenmuskulatur hängen eng miteinander zusammen.

Deine Hebamme wird Dich im Wochenbett unterstützen und Dir Alltagstipps und einfache Körper- und Atemübungen an die Hand geben, mit denen Du selbstständig arbeiten kannst. Außerdem kann sie, sofern sie darin geschult ist, mithilfe des "Heller-Hangriffs" und Kinesio-Tape die Rückbildung des Spaltes unterstützen.

Du hast keine Hebamme und / oder keinen Rückbildungskurs gefunden oder möchtest bereits vorm anstehenden Kurs etwas für Deine geraden Bauchmuskeln tun? Dann kannst Du Dir jederzeit vom Gynäkologen oder Hausarzt Physiotherapie oder Krankengymnastik verschreiben lassen, bei der gezielt in Einzeltherapie auf Deine Bedürfnisse in regelmäßigen Abständen eingegangen werden kann.

Findet man nicht mehr zu seiner "stabilen Mitte" zurück, so kann der letzte Ausweg eine Operation sein. Diese kann jedoch durch bewusste Körperarbeit von Anfang an in den meisten Fällen verhindert werden.


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