Frühling Branchen

Es gibt nichts zu tun.

"Es gibt nichts zu tun.

Öffne Dich und lass los.

Überlebe.

Erlaube, dass es passiert.

Richtig: Es gibt nichts zu tun. Sei einfach.

Und fließe mit dem Prozess Deiner inneren Kraft."

                  - Frédérick Leboyer

Alle Klinikmodelle im Überblick

Geburtsklinik ist nicht gleich Geburtsklinik, es gibt die verschiedensten Modelle. Ihr als Eltern müsst euch im Klaren darüber sein, was ihr möchtet, wie ihr euch die Geburt vorstellt und welche Dinge euch wichtig sind. Stützt euch weniger auf die Erfahrung oder die Berichte anderer, denn jeder Mensch ist anders, nimmt anders wahr und beurteilt anders. Trefft eine informierte Entscheidung, die im besten Falle und im wahrsten Sinne des Wortes "aus dem Bauch heraus" kommt. Am Ende zählt nicht, ob jeder Kreißsaal mit einer Gebärwanne ausgestattet oder die Wand grün gestrichen ist, wie die Hoffnung. Am Ende steht und fällt der Verlauf der Geburt an einer guten und empathischen Betreuung sowie dem Zusammenspiel zwischen Ärzten, Hebammen und Schwestern und der philosophie der Geburtsklinik hinsichtlich bestimmter Themen. 

GEBURTSKLINIK MIT KINDERKLINIK

Geburtskliniken mit "Perinatal-Status" sind auch sogenannte Häuser der Maximalversorgung. Das bedeutet, das dem Kreißsaal in der Regel eine Kinderintensivstation angeschlossen ist, in der ein Kind im Zweifelsfall sofort kinderärztlich versorgt werden kann, sofern dies nötig wird.

Sofern Du eine bestimmte Vorerkrankung hast oder sich irgendwelche größeren Geburtsrisiken in der Schwangerschaft auftun, ist eine Klinik mit Peri-natalzentrum die Klinik der Wahl.

Vorteile:

  • Mutter und Kind befinden sich im Verlegungsfall im gleichen Klinikum und werden örtlich nicht voneinander getrennt

  • medizinische Maximalversorgung, falls nötig

  • i.d.R. Lehrkliniken für die Ausbildung von Hebammenstudentinnen

  • natürliche Geburt von Mehrlingen, Kinder aus Beckenendlagen oder bei anderen Risiken möglich

Nachteile:

  • oft hohe Interventionsrate

  • hohes Arbeitsaufkommen durch verhältnis-mäßig viele Patienten auf wenig Personal

  • i.d.R. höhere Kaiser- und Dammschnittrate

  • selten "babyfreundlich" zertifiziert, daher oft uneinheitliches Vorgehen zum Thema Bonding und Stillen

Happy pregnant woman visit gynecologist

Wann eine Geburtsklinik mit Kinderklinik Sinn macht:

  • mütterliche oder kindliche Erkrankungen oder Fehlbildungen, die engmaschig überwacht und ggf. nach der Geburt direkt behandelt werden müssen

  • Wunsch einer vaginalen Geburt mit Mehrlingen oder anderen Risikofaktoren

  • Risiken in der Schwangerschaft

  • Frühgeburtsbestreben

  • für Eltern, die absolute Sicherheit bevorzugen

 
 

GEBURTSKLINIK OHNE KINDERKLINIK

Es gibt neben den Perinatalzentren viele "kleinere Häuser", die eine Geburtsstation mit angeschlossenem OP-Saal für den Fall einer Bauchgeburt haben, jedoch kein angrenzendes Zentrum für Kinderintensivmedizin besitzen.

Im Falle einer Verlegung unvorhersehbaren Situation wird das nächstgelegene Perinatalzentrum kontaktiert und das Baby dorthin ver-legt. Das Risiko bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft ist hierfür jedoch extrem gering.

Vorteile:

  • geringerer Andrang, da Geburt nur ohne große Risiken und ab der 36. SSW möglich

  • oft Vorgespräche zur "Geburtsvorstellung" möglich

  • häufig Lehrkliniken für die Ausbildung von Hebammenstudentinnen

  • niedrigere Interventionsrate, wenn auch deutlich höher als bei außerklinischen Geburten

  • oft "babyfreundlich" zertifiziert, daher einheitliches Vorgehen zum Thema Bonding und Stillen sowie Priorisierung dieser Werte im Wochenbett

Nachteile:

  • keine anschließende Station für Pädiatrie

  • durch Verlegung des Kindes Trennung von Mutter und Kind nach Geburt möglich

  • natürliche Geburt von Mehrlingen oder bei anderen größeren Risiken nicht möglich

Baby

Wann eine Geburtsklinik ohne Kinder-klinik Sinn macht:

  • bei risikoarmen, unkomplizierten Schwangerschaftsverläufen

  • für Eltern, die bestimmte Wünsche und Vorstellungen für die Geburt haben und die sich eine intensivere Betreuung unter Geburt im "familiäreren" Raum wünschen

  • für Eltern, die eine einheitlichere Beratung bevorzugen und denen Bonding und Stillen im Wochenbett sehr wichtig ist

  • für Eltern, die ein Familienzimmer in Erwägung ziehen (höhere Chance)

 

GEBURTSKLINIK MIT

HEBAMMENKREIßSAAL

Das Modell des Hebammenkreißsaales verfolgen leider noch recht wenige Geburtskliniken, obwohl es für die werdenden Eltern einen großen Mehrwert bringt, weil es klinisches Setting mit klassischer Hebammen-arbeit verbindet.

Aufgrund der wenigen verfügbaren Plätze solltest Du Dich so schnell wie möglich für die Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal anmelden.

Vorteile:

  • intensive 1:1-Betreuung durch 1 oder 2 Hebammen unter Geburt

  • oft mehrere Vorgespräche in der Schwangerschaft möglich

  • niedrigere Interventionsrate im klinischen Setting, Arzt kommt nur hinzu, wenn nötig

  • oft "babyfreundlich" zertifiziert, daher einheitliches Vorgehen zum Thema Bonding und Stillen sowie Priorisierung dieser Werte im Wochenbett

  • Wechsel von Hebammen- in ärztlich geleiteten Kreißsaal jederzeit möglich

Nachteile:

  • oft keine anschließende Station für Pädiatrie

  • durch Verlegung des Kindes Trennung von Mutter und Kind nach Geburt möglich

  • natürliche Geburt von Mehrlingen oder bei anderen größeren Risiken nicht möglich

Baby Hand

Wann eine Geburtsklinik mit Modell des Hebammenkreißsaales Sinn macht:

  • bei risikoarmen, unkomplizierten Schwangerschaftsverläufen

  • für Eltern, die eine möglichst interventionsarme und selbstbestimmte Geburt im klini-schen Setting wünschen

  • für Eltern, die eine einheitlichere Beratung bevorzugen und denen Bonding und Stillen im Wochenbett sehr wichtig ist

  • für Eltern, die möglichst nur von einem Team aus Hebammen und komplementärmedizinisch betreut werden möchten